Schulmusikfest 2018

„Dieser Tag soll fröhlich sein“


Aschau – „Musik ist die größte Magie, die ich kenne“, sagte Albus Dumbledore, Leiter der Zaubererschule Hogwarts, die man aus den Harry-Potter-Geschichten kennt.
© „Was braucht man auf dem Bauerndorf“ von der Biermösl Blosn sangen die Grundschüler aus Gars.

Mit diesen Worten leitet Schulamtsdirektor Hans Wax seine Begrüßung beim oberbayerischen Schulmusikfest in der Gemeinde Aschau ein. „Wie wahr. Es ist ein Wahnsinns Anblick, wenn ich hier in 600 Kindergesichter schaue.“

Die Schüler fieberten dem Auftritt entgegen, sagt Maria Hansmeier, Rektorin der Papst-Benedikt-XVI-Grundschule in Aschau, die diesen Tag gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt in Mühldorf im Namen der Regierung von Oberbayern ausrichtet.

Lampenfieber sei völlig okay, auch berühmte Stars erleben es bis ins hohe Alter immer wieder. Und schon geht es los auf der Bühne. Die Grundschule Kraiburg eröffnet mit einem Konfettiregen und fröhlichem Gesang den musikalischen Marathon, denn 27 Gruppen aus 27 oberbayerischen Schulen wollen alle ihren Beitrag leisten.

„Ich hatte schon ein bissl Lampenfieber“, sagt Michael Steingräber, „weil so viele Leute da sind“. Der elfjährige Kraiburger findet die Veranstaltung „cool, ich bin eh voll der Musikmensch und möchte gerne Gitarre lernen.“ Prima findet er, dass so viele Musikstile vertreten sind. Am besten gefällt ihm „Say Something“, das die Schulband der Comenius-Schule Töging heute vorgetragen hat.

Nicht so gut geschlafen hat Marie Thalhammer, die für das Förderzentrum Waldkraiburg mit der Trommelgruppe Bragada auftritt. „Ich hab Angst, dass ich mich verspiele“, sagt die Zwölfjährige aufgeregt. Das Trommeln macht ihr Spaß. Na dann, toi toi toi.

Nico Wohlfahrt von der Grundschule in Mößling hat seinen Auftritt mit dem Stück „Sambalele“ schon hinter sich. Aufregung vor einem Auftritt oder wenn er vor der Klasse etwas vortragen muss, kennt der Zehnjährige nach eigenen Angaben gar nicht. „Ich bleib cool“, sagt er beeindruckend gelassen.

Selbst Regierungspräsidentin Maria Els, die die Schirmherrschaft übernommen hat, gesteht, sie sei auch aufgeregt, wenn sie auf die Bühne tritt. „Mir san olle aufgregt“ und meint damit wohl auch ihre Politikerkollegen.

Aber, „wir sind ja hier unter uns“, betont Lehrer und Moderator Uli Härtter, der mit Witz und Schmäh durch das Programm, das von afro-brasilianischen Rhythmen, über Orff-Stücke, Hip-Hop, Chor-Einlagen, Gstanzl bis hin zu Tanzeinlagen reicht. Er ist es auch, dem auffällt, „dass in Aschau ein anderer Wind weht“. Mit Hinweis aufs Bühnenbild – die großen Noten aus Tonpapier sind spiegelverkehrt an den Samtvorhang geheftet – sagt er, die Fähnchen der Achtelnoten zeigen in die andere Richtung.

Härtter begrüßt Dr. Thomas Goppel, ehemaliger Kultusminister und heute Präsident im Bayerischen Musikrat, der „in seinem Amt stets die musische Bildung hochgehalten hat“, wie Els es zuvor formuliert hatte.

Und Überraschungsgast Dr. Marcel Huber kündigt Härrter an als „einen der fähigsten Politiker, die wir in Bayern je hatten“. Dr. Huber zeigt sich begeistert von der Riesen Kinderschar, die hier miteinander und füreinander musiziert. „Von der Freude an der Musik profitiert Ihr ein Leben lang. Man lernt Pünktlichkeit, Timing und sich auf andere zu verlassen.“ Musik sei wichtig. Er fahre nun wieder häufiger mit dem Zug nach München zur Arbeit. „Und da sitzen fast alle mit Stöpseln in den Ohren und hören Musik.“

Stellvertretender Landrat Alfred Lantenhammer stellt fest, wer musiziert, ist fröhlich und Sprachbarrieren spielen keine Rolle, weil Musik die Sprache wird, die alle verstehen. Außer wenn man allzu laut singt und die anderen dabei stört, so wie Bürgermeister Alois Salzeder in seiner Kindheit. „Ich war schon immer ein leidenschaftlicher Sänger. Ich sang so laut, dass ich alles durcheinander brachte. Deshalb musste ich in der dritten Klasse in der Musikstunde immer für den Lehrer zum Bäcker gehen und eine Breze holen und in der vierten Klasse waren es Zigaretten.“

Auch diese Geschichten passten zum Motto „Dieser Tag soll fröhlich sein“, das Regierungspräsidentin Maria Els eingangs aus dem gleichnamigen Lied von Kathi Stimmer-Salzeder zitiert hat. Der Chor der Grundschule Gars stimmt dieses Stück an, das aus der Feder der Aschauer Komponistin stammt.

Quelle: OVB online "Waldkraiburger Nachrichten"