Berufsorientierung

Berufsorientierung der Mittelschulen im Landkreis Mühldorf

 

Eine starke Berufsorientierung gehört zum Profil und ist ein Alleinstellungsmerkmal der neuen bayerischen Mittelschule. Im Landkreis Mühldorf a. Inn wurde im Rahmen der Berufsorientierung das Gesamtprojekt „Mein Weg in die Arbeitswelt“ entwickelt. Dieses landkreisweite Gemeinschaftsprojekt aller Mittelschulen unter der Federführung und konzeptionellen Organisation des Schulamts, der Mitwirkung der Agentur für Arbeit und des Bildungszentrums der Handwerkskammer für München und Oberbayern, besteht aus folgenden auf die Jahrgänge abgestimmten Maßnahmen:

 

  • Berufsorientierungs-Camps mit psychologisch betreuter Erlebnispädagogik zur Schulung der Soft Skills und der Sozialkompetenz in der 6. Jahrgangsstufe;

 

  • Mühldorfer Berufswahlordner (BWO) ab der 7. Jahrgangsstufe;

 

  • 2-wöchiges Berufsorientierungspraktikum (BOP 7) mit vorgestellter Potenzialanalyse;

 

  • Ausbilder in Schulen mit praktischer Berufswahlorientierung in der 8. Jahrgangsstufe mit ca. 2000 zusätzlichen Praxisstunden;

 

  • Auf die Ausbildungsrichtung abgestimmte Bewerbungstrainings am Ende der 8. Jahrgangsstufe;

 

  • Berufsorientierung mit künstlerischen Aspekten und Handwerkern mit dem Projekt „KIS" (Kunst in Schulen);

 

  • Sog. Berufsorientierungsklassen -  Zwischenklassen nach Absolvieren der Volksschulpflicht ohne Berufsperspektive und Ausbildungsplatz und vor der Berufsschule mit Schwerpunkt Berufspraxis und Schulabschluss als Kooperationsmodell für die Kooperation Mittelschule - Berufsschule.

 

Vom Arbeitskreis „Berufswahlordner“ wurde unter Federführung des Schulamtes Mühldorf a. Inn mit Lehrerinnen und Lehrern für das Fach Arbeitslehre-Wirtschaft-Technik an Mittelschulen, Fachlehrkräften, einer Vertretung der Agentur für Arbeit und einer Vertretung des Bildungszentrums der Handwerkskammer ein regionaler Berufswahlordner entwickelt. Mit Hilfe dieses Berufswahlordners, der speziell an die regionalen Bedürfnisse angepasst ist, soll den Schülern an Mittelschulen im Landkreis Mühldorf a. Inn ab der 7. Klasse eine Hilfestellung gegeben werden, möglichst schnell zu einem Ausbildungsplatz zu gelangen. Es ist auch für Eltern eine große Hilfe, um mit ihren Kindern zum Thema „Berufsorientierung“ ins Gespräch zu kommen. Projekt „Ausbilder in Schulen" (AIS), das vom bayerischen Kultusministerium gefördert wird, vermitteln fachkundige Spezialisten (Ausbildungsverantwortliche) aus der regionalen Wirtschalt Teile des Lehrplans anschaulich und handlungsorientiert. Die Spezialisten garantieren zeitgemäße und realitätsnahe Unterrichtsinhalte. Durch einen authentischen und fachkundigen Unterricht wird der Praxisbezug in der Berufsorientierung erhöht. Unterstützend wirkt dabei auch der Berufswahlordner, in dem erworbene Kompetenzen abgebildet werden. Jeder Schüler kann dort sein individuelles Zertifikat mit abheften. Besonders herauszuheben ist dabei die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und örtlichen Bildungsträgern. In der 7. Jahrgangsstufe absolvieren alle Mittelschülerinnen und -schüler das Berufsorientierungspraktikum (BOP 7). Während zweimal einer Woche können sie sich aus acht Bereichen fünf Module aussuchen, die sie jeweils einen Tag lang abdecken und damit eine Grundorientierung erhalten. Der Umgang mit verschiedenen Werkstoffen (z. B. Holz, Metall, Kunststoff, Farbe usw. wird dabei erlernt. Die einfachen Werkstücke, die während dieser Woche angefertigt werden, dürfen die Jugendlichen mit nach Hause nehmen. Zu Beginn finden eine Stärken-/Schwächeanalyse (Potenzialanalyse) sowie eine Talentfeststellung durch erfahrene Ausbilder statt. Dadurch werden die Schülerinnen und Schüler bereits in die richtige Richtung gelenkt. Diese Feststellung ist auch eine fundierte Grundlage für das Gespräch mit dem Berufsberater. Zur Information findet ein Elternabend für die Eltern und Schüler der 7. Jahrgangsstufe statt.In der 8. Jahrgangsstufe finden für alle Mittelschülerinnen und -schüler Bewerbungstrainings (Bewerbungstraining -8 (BT-8)) statt. Dabei kommen mehrere Ausbilder oder Unternehmen der regionalen Wirtschaft in die Mittelschule zu einem Praxistag. Zur Vorbereitung erhalten die Ausbilder die Bewerbungsmappen, die vorher im Unterricht angefertigt wurden. Die Ausbilder führen dann ein gespieltes Vorstellungsgespräch durch, das für die Jugendlichen sehr realitätsnah ist. Anschließend wird in einer „Bewerbungsrunde“ das Gespräch in Kleingruppen reflektiert. Da die Ausbilder aus der Wirtschaft kommen, haben Ihre Hinweise für die Schülerinnen und Schüler eine große Aussagekraft und diese erhalten wertvolle Tipps und Hilfe in Bezug auf Bewerbung und Vorstellungsgespräch. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich durch die vielfältigen Maßnahmen frühzeitig und intensiv mit dem Berufswahlprozess auseinandersetzten, eigene Fähigkeiten entdecken und Grenzen erkennen, die eigenen Chancen bei der Berufswahl realistisch einschätzen können und Fehlentscheidungen vermeiden. Das Gesamtprojekt steigert die Motivation aller Schüler, lässt Übergänge in die Berufs- md Arbeitswelt leichter gelingen und schöpft das vielfältige Ausbildungsangebot aus. Dadurch werden wichtige Kompetenzen erlernt die für die Ausbildungsreife notwendig sind. Unter dem Schulamtsmotto „fördern, fordern, keinen Verlieren“ runden die sog. BVK-bzw. B-Klassen die Mühldorfer Berufsorientierungsmaßnahmen ab. In je einer Klasse der Mittelschule Mühldorf und der Berufsschule l, in denen inhaltsgleich und zeitverschoben mit hohem Praxisanteil unterrichtet wird, holen die Schülerinnen und Schüler ihren Abschluss nach und werden in ein Ausbildungsverhältnis begleitet.

 

 

Berufspaten

http://www.berufspaten-mue.de